Studentenwettbewerbe: Für Holzbaukultur werben

(ibw) 21.11.2003

Im Schloss Unterwittelsbach der Stadt Aichach fand am 20.11.2003 die Preisverleihung zu dem Studentenwettbewerb "Sisi-Schloss Unterwittelsbach " Neue bauliche Ergänzungen" statt. Aufgabe des Wettbewerbs war, zu dem im Kern fast 1000 Jahre alten Wasserschloss " häufiger Ferienaufenthalt der Kaiser Elisabeth (genannt Sisi) und heute eine Station auf der Sisi-Straße " einen Informationspavillion und eine Gaststätte zu entwerfen Der Studentenwettbewerb wurde vom Landesbeirat Holz Bayern ausgeschrieben, dessen Vorsitzender Alexander Kirst auch die Preisverleihung vornahm.

Die Preise der Kategorie Hauptstudium gingen an:

  • Markus Altmann, A6, FH Nürnberg (1. Preis 750 €)
  • Daniela Wörl, Jan Stohrer, A8, FH München (2. Preis 500 €) Petra
  • Maier,A8, FH Regensburg (3. Preis 300 €)
  • Roland Schmitt, A8, FH Coburg (4. Preis 200 €)

Die Sonderpreise der Kategorie Grundstudium gingen an:

  • Marion Arnemann, Michael Kehr, A2, TU München (400 €)
  • Monika Braig, Steffen Knopp, A2, TU München (400 €)

Zwei von Dipl.-Ing. Karl Moser, Merk-Holzbau GmbH & Co. KG, gestiftete Sonderpreise erhielten: · Markus Altmann, A6, FH Nürnberg (1. Sonderpreis) · Monika Braig, Steffen Knopp, A2, TU München (2. Sonderpreis)  

Warum werden Studentenwettbewerbe ausgelobt? Reine Menschenfreundlichkeit, Förderung der Wissenschaft, Anreiz für begabte Studenten? Von allem ein bisschen und schon eine Tradition im Holzbau: Das Bayerische Zimmerer- und Holzbaugewerbe hat bereits 1995 begonnen. Studentenwettbewerbe im Fachbereich Architektur an einigen bayerischen Fachhochschulen auszuschreiben - ein Weg zur Umsetzung des Passus’ "Etablierung einer Holzbaukultur an Ausbildungsstätten" in ihrem Verbandsleitbild. "Holzbaukultur ist das Selbstverständnis des Zimmerer- und Holzbaugewerbes, im Zusammenwirken von Tradition und Moderne Qualität und Ästhetik von Bau- und Dienstleistungen für Mensch, Natur und Umwelt zu schaffen", so die vollmundige Definition.

1996 folgten Wettbewerbe an der FH Würzburg ("Stadtteilzentrum für junge und alte Menschen in Würzburg"), 1996/97 an der FH Coburg ("Kindertagesstätte und Altenwohnanlage"), 1998 an der TU München (Montessori Begegnungszentrum in Bezered, Ungarn), FH München ("Wohnungsbau: Modernisierung und Nachverdichtung in Holzsystembauweise" aufgrund eines Sonderprogramms der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium), der FH Nürnberg ("Traum-Raum auf einer Nordseedüne in Holzskelettbauweise"), 1999 an der FH Regensburg ("Gartenhofhäuser in Holzbauweise"), 2000 an der TU München ("Marktstände für die Stadt Neuburg/Donau" " Tragstrukturen in Holzbauweise) sowie an der FH Coburg ("Kindergarten in Lindau in Holzbauweise"), 2001 an der FH Würzburg ("Entwurf eines Waldmuseums in Verbindung mit einem Walderlebniszentrum") und 2002 an den Fachhochschulen Coburg, Nürnberg und Würzburg ("Existenzgründerzentrum " sozial und urban " in Holzbauweise"). Zu einer Dauereinrichtung haben sich die in Fachkreisen anerkannten Brückenbauwettbewerbe an der FH Augsburg entwickelt.

Der Landesbeirat Holz schließt an diese Tradition an. Kirst: "Hintergrund für unser Engagement ist, dass an den meisten Hochschulen - mit Ausnahme der FH Rosenheim und der TU München - das Thema Holzbau weder als Studiengang noch als Lehrstuhl etabliert ist. Allenfalls wird Holzbau als Vorlesung bei den Architekten und Bauingenieuren gelehrt. Konkret wollen wir auf diese Weise den jungen Leuten zeigen, dass Holz als Werkstoff Vertrauen verdient und eine wettbewerbsfähige Alternative beim Bauen ist", sagt Kirst. Holz dürfe allerdings nicht auf dem Verwaltungsweg (Kommunale Satzungen, Bauordnung) diskriminiert werden. "Junge Architekten machen sich nicht nur selbstständig, sondern werden Stadt- oder Kreisbaumeister, gehen in die Hochbauämter oder die Oberste Baubehörde und werden so zu Multiplikatoren für die Idee des Holzbaus."