Wanderausstellung „Stallbauten – Teil unserer Kulturlandschaft“ (2021)

Der Wandel in der Landwirtschaft schreitet fort: Waren im Jahr 2000 noch 150.000 Bauern in Bayern tätig, hat sich ihre Zahl seitdem mit 84.600 nahezu halbiert. Bei den Milchkühen verdoppelte sich im gleichen Zeitraum die durchschnittliche Betriebsgröße bundesweit von 33 auf 68 Großvieheinheiten. Während früher fast überall die Anbindehaltung im Stall des Bauernhauses praktiziert wurde, haben sich mittlerweile große Freilaufställe flächendeckend durchgesetzt - in der Regel in Form von Neubauten im Außenbereich. Diese neuen Bauwerke prägen in zunehmendem Maße unsere gewachsenen Kulturlandschaften und verdienen daher besondere Aufmerksamkeit. Dem "architekturforum allgäu" ist es ein besonderes Anliegen, qualitätvolle Stallbauten einem breiten Publikum bekannt zu machen. Über das „Holzforum Allgäu“ konnte hierzu auch mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus sowie dem Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbe eine Wanderausstellung realisiert und weiterentwickelt werden. Weitere Kooperationspartner sind das „Institut für Landtechnik und Tierhaltung“ an der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft sowie der „ALB Bayern“.
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Interdisziplinäre Ringvorlesung "landwirtschaftliches Bauen mit Holz
an der Fakultät Architektur der TU München (2016)

Der ländliche Raum ist aktuell von einem starken und schnelllebigen Wandel geprägt, der ganz unterschiedliche Ursachen hat. Ein besonders markanter Anteil kommt aus den derzeitigen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Sie prägt wie eh und je in besonderem Maße das Bild unserer Landschaften und Dörfer, und unterliegt enormen ökonomischen Zwängen. War ein Landwirt noch vor 100 Jahren gezwungen, sein Haus und seine Wirtschaftsgebäude mit eigenem Holz, Steinen aus der Umgebung und Handwerkern seines Einzugsbereichs zu bauen, kann ein moderner Bauer für seine Gebäudlichkeiten nahezu jedes Produkt dieser Welt in jeder Menge und zu jedem Zeitpunkt bestellen. Die regionale Wertschöpfung geht damit verloren. Ebenso verschwunden sind deshalb regionale Bauweisen und Hoftypen, die besonders markant ihre Regionen über Jahrhunderte hinweg geprägt und ganz entscheidend zur Identität der Regionen beigetragen haben. Prof. Wegener schreibt im Vorwort zur Broschüre „Landwirtschaft – Bauen in regionalen Kreisläufen“: „Nirgends haben die Bürger durch nachhaltiges Wirtschaften, Bauen und Konstruieren so viel Einfluss auf die Natur und die Kulturlandschaft wie in ihrem direkten Umfeld. Regionale Wertschöpfung heißt für mich daher in erster Linie, die heimischen Rohstoffe und Produkte der lokalen und regionalen Wirtschaft zu nutzen". Fährt man übers Land, ist von diesem Anspruch aber nahezu nichts zu sehen. Es hat sich gezeigt, dass es dafür keinen konkreten Schuldigen gibt. Alle Akteure tragen ein bisschen dazu bei. Unumgängliche Grundlage einer Lösung ist zunächst das Wissen um die angedeuteten Probleme. Es besteht nun die Idee, einige relevante Lehrbetriebe und Institutionen regelmäßig an einen Tisch bzw. einen Vorlesungssaal zu holen und ihnen im Rahmen von regelmäßigen Vorträgen und Vorlesungen kritische Statements zu den gerade angerissenen Inhalten zu präsentieren.
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Symposium „Bauen mit Holz in der Landwirtschaft“ am Bay. Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (2015)

Bauen mit Holz hat in der bayerischen Landwirtschaft eine lange Tradition. Der nachwachsende und nachhaltige Baustoff Holz fand früher in landwirtschaftlichen Nutzgebäuden breite Verwendung. In den letzten Jahrzehnten ging die Bedeutung gegenüber anderen, angeblich moderneren Materialien allerdings zurück. Diese Entwicklung gilt es umzukehren und die vielen Vorteile beim Bauen mit heimischem Holz wieder verstärkt ins Bewusstsein von Bauherren, Planern, Beratern und ausführenden Firmen zu rücken (Auszug aus dem Grußwort von Staatsminister Helmut Brunner).
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